Franziska Kaguembega–Müller und die Newtree Association in Burkina Faso
OWA Finalist 2010


Franziska Kaguembega–Müller was born and raised in Switzerland and came to Burkina Faso as a master thesis student. She married a Burkinabe and has been living in this country for 12 years. She cofounded the newTree Association and remains the visionary person and driving force behind this project. Biologist by education she is also mother of two daughters. She is well accepted and integrated in the project communities and Burkinabes see her as one of her “sisters”. She is an environmentalist, a feminist and a sensitive person yet with “Swiss discipline” in organizing her tremendous work load besides running the family. In a society very much dominated by men she is highly respected. She is a strong and powerful woman, driven by a vision and fully engaged by her mission.

“Daring visions - living dreams” is the appropriate slogan of the newTree Association which was founded in 2001 centering its main activities around agro-forestry and reforestation in the Sahel region. A key objective is the protection of trees as an effective means to protect the environment while also combating poverty. newTree has its seat in Switzerland where fundraising and PR is coordinated. Its annual budget is about 600,000 Swiss Francs. Only 10 percent is spent for administration, communication and public relation.

Gründung eines Umwelt-Schulungszentrums

Die praktische Projektarbeit findet in Burkina Faso statt, wo der Verein 17 Angestellte beschäftigt. Mit seiner Partnerorganisation TOKOR arbeitet newTree auch in Mali und in Eritrea. Innerhalb von acht Jahren gelang es der Organisation, 400 Hektar Land durch das Aufstellen von Zäunen vor Weidetieren zu schützen. Das Hauptproblem der Sahel-Zone ist der hohe Viehbestand und damit die Überweidung der Weideflächen. Nicht das Pflanzen von Bäumen, sondern deren Schutz ist der Schlüssel zur Lösung der Land- und Umweltprobleme. Viele Wiederaufforstungsprojekte verschwenden Gelder, indem sie lediglich Futter für Weidetiere produzieren. Auf eingezäunten Flächen wachsen etwa 700 Bäume und Büsche pro Hektar. Eine geschützte Fläche hat eine Größe von fast drei Hektar und benötigt etwa 1.300 Euro an Materialien. Auf diese Art und Weise wurden in Burkina Faso bis dato 300.000 Bäume vor dem Abholzen bzw. der Zerstörung durch Tiere, hauptsächlich Schafe und Ziegen, gerettet. In Eritrea konnten bereits mehr als 80.000 Bäume gepflanzt werden. Sehr eindrucksvoll ist die Vielfalt der Pflanzen, die in den eingezäunten Gebieten wachsen. Zählungen haben ergeben, dass auf diesen Flächen bis zu 140 verschiedene, einheimische Baumarten wachsen. Junge Bäume absorbieren bereits 200 Tonnen CO2 pro Hektar.

Neben den eindrucksvollen Wiederaufforstungserfolgen, haben die Menschen die Möglichkeit, in den eingezäunten Gebieten Feldfrüchte für den Eigenbedarf und in zunehmendem Maße auch Feldfrüchte für die Vermarktung anzubauen. Ein weiterer, sehr wichtiger Aspekt ist das qualitativ hochwertige Heu, das in den eingezäunten Gebieten produziert wird und zur Überbrückung der neun Monate langen Trockenperiode verfüttert wird. newTree ist in fast 60 Dörfern aktiv und arbeitet derzeit mit 138 Familien- Clans und Frauengruppen zusammen. Das von den Folgen der Wüstenbildung bedrohte Leben von mehr als 3.000 Menschen in Dörfern und ländlichen Gegenden wurde durch newTree grundlegend geändert. Aktuell arbeitet die Organisation an der Möglichkeit, benötigte Gelder für die Ausweitung der Wiederaufforstungsarbeit durch CO2-Kompensationsmaßnahmen zu akquirieren. Das Anlegen der Weidezäune basiert auf dem Selbsthilfe-Prinzip. Die Familien-Clans und die Frauengruppen werden im Zäunebauen unterwiesen und sämtliche Materialien werden zur Verfügung gestellt. 

ie Arbeit müssen die Menschen jedoch selbst leisten. Immer mehr Projekte werden in die Hände von Frauengruppen übergeben – ein wichtiges Zeichen in einer Gesellschaft, in der Frauen nicht einmal Land besitzen dürfen. newTree ist aber viel mehr als ein bloßes Wiederaufforstungsprojekt.

Text ändernDer Verein legt einen weiteren wichtigen Fokus auf die Emanzipation von Frauen (in einer zumeist moslemisch geprägten Gesellschaft). So konzentriert sich ein weiterer Aspekt der Projektarbeit mit den Frauengruppen darauf, hocheffiziente Öfen zu bauen, die weit weniger Feuerholz benötigen und darüber hinaus die Gesundheit von Frauen und Kindern schützen, indem kein giftiger Rauch entsteht und keine Gefahr für Verbrennungen besteht. Die Öfen werden ausschließlich aus vor Ort verfügbaren Materialien wie Lehm, Dung und Stroh gebaut. Frauen werden im Bau der Öfen unterwiesen und können mit diesem Wissen ein eigenes Geschäft aufbauen und Einkommen generieren.

www.anatoliafoundation.org
Ein weiteres, sehr ambitioniertes Projekt ist die Gründung eines Umwelt-Schulungszentrums außerhalb der Hauptstadt Ouagadougou. Wohngebäude, Küchentrakt, Ess- und Schulungsräume wurden bereits fertig gestellt. Alle Gebäude werden mit vor Ort verfügbaren Materialien und unter Berücksichtigung traditioneller Baumethoden errichtet. Bereits vor Fertigstellung des neuen Umweltzentrums finden etliche Aktivitäten in den Räumlichkeiten statt. So hat sich beispielsweise eine Frauengruppe auf die Produktion von Heu und die Herstellung von Seife spezialisiert – zwei Produkte, die wichtige Einkommensquellen darstellen.

Text ändernDie erfolgreichen Projekte und die daraus entstandenen Verbesserungen für Dörfer, Familien und Frauengruppen müssen nun auf einer breiteren Basis umgesetzt werden. Das Interesse, an den Projekten teilzunehmen ist riesig und Bewerber müssen bis zu drei Jahren warten, bis Gelder verfügbar sind. newTree zeigt unter anderem, wie Wüstenbildung erfolgreich bekämpft werden kann und die Lebensumstände der Menschen – insbesondere von Frauen und Kindern - signifikant verbessert werden können. newTree steht für den Optimismus, dass es bereits tragfähige Lösungen gibt, die die Welt trotz widrigster Umwelteinflüsse und schwierigster sozialer Verhältnisse lebenswerter und besser machen. 

www.newtree.org